Grüner Strom im Rechenzentrum: Nachhaltigkeit und Effizienz vereint

Erste von drei Säulen ist Ökostrom und Effizienz

Rechenzentren sind das Rückgrat der digitalen Welt – sie speichern Daten, hosten Websites und betreiben Cloud-Dienste. Doch sie haben auch einen erheblichen Energiebedarf. Eine nachhaltige IT beginnt deshalb mit der Wahl des richtigen Stroms. In diesem Artikel geht es um die erste von drei Säulen der Nachhaltigkeit im Rechenzentrum: den Ökostrom.

Warum Effizienz im Rechenzentrum so wichtig ist

Rechenzentren in Deutschland haben laut Bitkom 20 Mrd. kWh im Jahr 2024 Strom verbraucht – Tendenz steigend. Deshalb ist es entscheidend, nicht nur erneuerbare Energien zu nutzen, sondern auch die Energieeffizienz kontinuierlich zu verbessern. Dazu gehören:

  • Optimierung der Kühlung
    durch moderne Technologien wie indirekte freie Kühlung oder Warmwasser-Kühsysteme.
  • Effiziente Hardware,
    die weniger Strom verbraucht und weniger Abwärme produziert.
  • Virtualisierung,
    um Server-Auslastungen zu optimieren und ungenutzte Hardware zu minimieren.

Effizienz ist also nicht nur eine Frage der Nachhaltigkeit, sondern auch der Wirtschaftlichkeit.

Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom

In Deutschland gibt es einen Unterschied zwischen zertifiziertem Ökostrom und anderen Grünstrom-Angeboten. Zertifizierter Ökostrom stammt aus erneuerbaren Energien und ist durch Herkunftsnachweise transparent nachverfolgbar. Andere Stromprodukte können zwar ökologisch beworben werden, stammen aber unter Umständen nicht direkt aus erneuerbaren Quellen.

Warum kommt nicht immer grüner Strom aus der Steckdose?

Ein Rechenzentrum kann grünen Strom beziehen, aber trotzdem physikalisch Strom aus fossilen Quellen nutzen. Das liegt am Prinzip des „Stromsees“:

  • Der Strom, der ins Netz eingespeist wird, vermischt sich wie Wassertropfen in einem See.
  • Physikalisch bekommt jedes Rechenzentrum den Strom, der in der Region verfügbar ist.
  • Wenn mehr Ökostrom verbraucht wird als lokal produziert, muss der fehlende Anteil durch andere Quellen gedeckt werden.
  • Die Zertifikate gewährleisten, dass insgesamt trotzdem die bestellte Menge Grünstrom ins Netz eingespeist wurde.

Das Problem unzureichender Stromtrassen

Ein Beispiel ist der Wasserkraftstrom aus Norwegen: Zwar kann ein Rechenzentrum in Süddeutschland diesen ökostrom buchen, aber die Stromtrassen reichen oft nicht aus, um ihn physikalisch dorthin zu transportieren. In solchen Fällen wird vor Ort der nächst verfügbare Strom genutzt, auch wenn dieser aus Kohle- oder Gaskraftwerken stammt. Die Zertifikate garantieren aber, dass woanders die entsprechende Menge grünen Stroms eingespeist wird.

Regionale Herausforderungen: Frankfurt als Beispiel

Frankfurt ist Deutschlands wichtigster Standort für Rechenzentren, doch in der Region wird verhältnismäßig wenig ökostrom erzeugt. Dadurch steigt die Abhängigkeit von Zertifikaten statt physisch genutztem Ökostrom. Eine echte Dekarbonisierung gelingt daher nur, wenn der lokale Ausbau erneuerbarer Energien mitwächst.

Grüner Strom in Rechenzentren ist ein wichtiger Schritt, aber erst mit besserer Effizienz und lokalem Ausbau erneuerbarer Energien wird nachhaltige IT wirklich konsequent umgesetzt.

Weil Rechenzentren enorme Mengen an Strom verbrauchen und damit ihre CO2-Bilanz wesentlich beeinflussen. Grüner Strom hilft, diesen Einfluss zu reduzieren.

Weil Strom sich im Netz vermischt und der tatsächlich genutzte Strom aus der jeweils verfügbaren Quelle stammt. Zertifikate gewährleisten aber, dass der gebuchte Grünstrom ins Netz eingespeist wurde.

Sie reduzieren den Stromverbrauch und damit auch den Bedarf an Ökostrom. Effiziente Kühlung, Virtualisierung und moderne Hardware sind hier entscheidend.

Nein, weil die Stromnetze begrenzt sind. Wenn zu wenig Trassen vorhanden sind, kann Ökostrom zwar zertifiziert, aber nicht physikalisch transportiert werden.

Es sorgt dafür, dass mehr Ökostrom in den Markt kommt, ersetzt aber nicht automatisch fossile Energie vor Ort. Ohne den Ausbau erneuerbarer Energien bleibt es ein Kompensationssystem.