Welchen Einfluss könnte Trumps zweite Amtszeit auf deutsche Rechenzentren haben?
…vorallem im Bezug auf die Nachhaltigkeit und Energieeffizienz und transparente Lieferketten
Donald Trump wurde gestern erneut als Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. Damit stellt sich die Frage, welche Auswirkungen seine erneute Amtszeit auf viele Wirtschaftsbereiche haben wird – insbesondere auf deutsche Rechenzentren. Besonders die Themen Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und transparente Lieferketten stehen dabei im Fokus. Zudem stellt sich die Frage, welchen Einfluss US-amerikanische Hosting-Anbieter auf den deutschen Markt ausüben könnten.
Nachhaltigkeit und Energieeffizienz unter Trump 2.0
Während Joe Biden mit dem Inflation Reduction Act (IRA) massive Investitionen in erneuerbare Energien und Klimaschutzprojekte auf den Weg brachte, ist nun zu erwarten, dass Trump diesen Kurs umkehrt. Trump hat bereits angekündigt, verstärkt auf fossile Energieträger zu setzen und Klimaschutzmaßnahmen abzubauen. Das könnte global zu niedrigeren Preisen für fossile Brennstoffe führen und damit den Druck auf Unternehmen reduzieren, in nachhaltige Energiequellen zu investieren.
Für deutsche Rechenzentren bedeutet das:
- Steigende Energiekosten:
Sollte sich Europa weiter auf den Ausbau erneuerbarer Energien konzentrieren, während die USA auf fossile Energien setzen, könnten europäische Energiepreise steigen. - Weniger Innovation bei nachhaltigen Technologien:
Investitionen in klimafreundliche Servertechnologien könnten durch Handelshemmnisse erschwert werden. - Veränderte CO2-Bilanz:
Unternehmen könnten durch die Verfügbarkeit günstiger fossiler Energie weniger Anreize für nachhaltige Lösungen haben.
Ergebnis: Rechenzentren in Deutschland müssen ihre Nachhaltigkeitsstrategien möglicherweise überdenken und auf lokale oder europäische Fördermaßnahmen setzen.
Transparente Lieferketten und Handelskonflikte
Mit der erneuten Amtseinführung Trumps besteht die Gefahr neuer Handelskonflikte, insbesondere mit Europa. Sollten erneut Zölle auf europäische Produkte erhoben oder Handelsstreitigkeiten intensiviert werden, könnte das direkte Auswirkungen auf die Hardware-Beschaffung für Rechenzentren haben. Viele zentrale Komponenten wie Server-Chips, Netzwerk-Hardware und Kühlungssysteme stammen von US-Unternehmen oder sind stark von US-Technologien abhängig.
Mögliche Folgen:
- Verzögerungen in der Lieferkette:
Höhere Zölle und Handelsstreitigkeiten könnten Hardware-Importe teurer und langsamer machen. - Abhängigkeit von Asien oder Europa:
Deutsche Rechenzentren könnten versuchen, stärker auf europäische oder asiatische Alternativen umzusteigen. - Komplexere Zertifizierungsprozesse:
Wenn sich Normen und Vorschriften zwischen den USA und Europa auseinanderentwickeln, könnten Unternehmen Schwierigkeiten haben, Produkte für den europäischen Markt zu beschaffen.
Ergebnis: Unternehmen sollten ihre Lieferketten stärker diversifizieren und nach Alternativen zu US-amerikanischen Anbietern suchen.
Einfluss US-amerikanischer Hosting-Anbieter in Deutschland
Viele deutsche Unternehmen nutzen Hosting-Services von US-Anbietern – ob direkt durch Firmen wie AWS, Microsoft Azure und Google Cloud oder indirekt über Tochtergesellschaften wie:
- Host Europe & DomainFactory (gehören zu GoDaddy, einem US-Unternehmen)
- Hetzner & IONOS (zwar deutsche Firmen, aber mit globaler Ausrichtung)
- Strato (Teil der United Internet AG, mit Verbindungen zum internationalen Markt)
Ein zentrales Problem: Der CLOUD Act erlaubt US-Behörden, auf Daten von US-Unternehmen zuzugreifen – auch wenn die Server in Deutschland stehen. Das könnte europäische Unternehmen stärker dazu bewegen, auf lokale Alternativen zu setzen, um Datenschutz und DSGVO-Konformität zu gewährleisten.
Ergebnis: Deutsche Rechenzentren könnten durch regulatorische Maßnahmen gestärkt werden, indem sie verstärkt europäische Cloud- und Hosting-Dienste anbieten.
Fazit: Was bedeutet das für die Zukunft?
Mit Trump erneut im Amt stehen deutsche Rechenzentren vor Herausforderungen, aber auch Chancen. Während Handelskonflikte, steigende Energiekosten und Abhängigkeiten von US-amerikanischen Hosting-Diensten Risiken bergen, könnten europäische Alternativen an Attraktivität gewinnen. Unternehmen, die frühzeitig auf nachhaltige Energiequellen und sichere Lieferketten setzen, könnten langfristig davon profitieren.
Welche Auswirkungen hat Trumps Energiepolitik auf deutsche Rechenzentren?
Trumps Fokus auf fossile Brennstoffe könnte europäische Energiepreise erhöhen und nachhaltige Investitionen erschweren.
Wie beeinflusst Trumps zweite Amtszeit die Lieferketten von Rechenzentren?
Handelskonflikte könnten Hardware-Importe verlangsamen, verteuern und die Abhängigkeit von US-Technologien problematisch machen.
Welche Hosting-Anbieter in Deutschland gehören US-Unternehmen?
Host Europe, DomainFactory, Teile von IONOS und andere stehen unter US-Einfluss und unterliegen dem CLOUD Act.
Wie können deutsche Rechenzentren sich auf mögliche Risiken vorbereiten?
Durch den Ausbau erneuerbarer Energien, eine diversifizierte Lieferkette und die Nutzung europäischer Hosting-Alternativen.
Was ist im Bezug auf Datenschutz zu berücksichtigen?
Der CLOUD Act erlaubt US-Behörden den Zugriff auf Daten von US-Unternehmen, selbst wenn sie in Deutschland gespeichert sind. Das kann für Unternehmen problematisch sein, die Wert auf DSGVO-Konformität legen. Europäische Alternativen wie Hetzner oder Nextcloud bieten höhere Datenschutzstandards und unterliegen ausschließlich europäischen Gesetzen.